Also dieser Artikel muss nun sein, denn soviel Unverständnis muss geteilt werden.

Ungern wechselt man als Patient den Hausarzt, doch manchmal bleibt kein anderer Weg. So war es dann auch heute für eine ältere Dame, die ich betreue.

Schon Anfang der letzten Woche wurde für die im Heim lebende Dame ein Rezept beim Hausarzt angefordert. Nach zwei Tagen wurde der Medikamentenplan von der Praxis angefordert und am Freitagvormittag dann gegen 10 Uhr der Anruf vom Heim, die Medikamente reichen nicht für die Abendgabe.

Nah toll. Kaum zwei Stunden um eine Klärung herbeizuführen. Mehrere Versuche den HA telefonisch zu erreichen, scheiterten daran, das der Anrufbeantworter angeschaltet war und mitteilte, das alle Leitungen belegt seien und man doch zum späteren Zeitpunkt anrufen sollte.
So zog es sich hin und ich war gezwungen mich ins Auto zu setzen und zum HA zu fahren.
Dort angekommen war das kleine Wartezimmer voll und zwei Patienten standen schon vor der immer verschlossenen Anmeldetür, die nur geöffnet wird, wenn Patienten sich anmelden, ein Rezept abholen wollen oder zum Arzt durchgelassen werden.

Aber die Tür war und blieb verschlossen. Aus den Erzählungen der wartenden Patienten vernahm ich, es wäre eine Praxisbesprechung. Gegen 11:30 Uhr öffnete sich die Anmeldetür und die Leute erhoben sich von den Plätzen und brachten ihre Anliegen zum Ausdruck.

Die Arzthelferin fragte mich, womit sie helfen konnte und ich bat um ein Medikament, welches der HA schon seit Wochen auf Anraten der Fachärzte verschrieben hatte, welches er aber auf Bitte des Heims jetzt nicht mehr ausstellen wollte.

Die Arzthelferin fand das auch ziemlich merkwürdig und stellte das gewünschte Rezept aus. Als der Arzt dann zur Unterschrift kam verweigerte er diese mit der Bemerkung, das Medikament wäre nicht nötig. Die Dosierung falsch. Ich bat daraufhin um eine Überweisung zum Facharzt, damit mir dieser noch das Rezept zukommen lassen konnte. Die Überweisung habe ich erhalten.

Leider aber hatte sich zeitlich alles so verzögert, das ich beim Facharzt niemanden mehr erreichen konnte. Da auch die Apotheke nicht bereit war das für die alte Dame bekannte Medikament auszuhändigen, was selbstverständlich auch nicht wirklich sein darf, blieb mir keine andere Möglichkeit, als das Medikament über das Klinikum in Emden zu beschaffen.

Einer der behandelnden Fachärzte hatte Bereitschaftsdienst und war so freundlich und hat mir das Medikament als Muster mitgegeben.  Aber auch dieser Arzt konnte die Beweggründe des Hausarztes nicht wirklich verstehen.

Hier möchte ich mich nochmal recht herzlich für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Klinikums Emden und deren Mitarbeiter bedanken.

Am heutigen Montagvormittag habe ich dann beim HA angerufen um zu erfahren, ob auch zukünftig das Medikament nicht verordnet wird. Hätte dann um Aushändigung der Unterlagen gebeten und wollte einen neuen HA suchen. Doch die Arzthelferin kam mir zuvor und sagte mir, der Doktor hat die Betreuung der Patientin abgegeben. Ich fragte wohin? Die Helferin: Zurück ans Heim.

Nunja…ich habe meine Grüße ausrichten lassen mit der Bemerkung ich würde mich bei der Ärztekammer beschwerden. Die Helferin wollte das so weitergeben.

Im Heim hatte die Praxis auch schon Bescheid gegeben und ein weiteres Medikament, was dringend benötigt wird, wurde nicht mehr ausgestellt.

Jetzt mag man sagen: Warum Medikamente auf den letzten Drücker bestellen. Eine Frage die ich auch gestellt habe, aber dafür kann das Heim nichts, denn der HA hatte immer die Medikamente gezählt und es durfte erst neu angefordert werden, wenn Bedarf bestand. Für mich absolut inakzeptabel, aber leider wusste ich davon nichts.

Mit den wichtigsten Unterlagen und der Krankenkassenkarte bin ich los zu einer sehr netten, hier in Warsingsfehn, ansässigen Ärztin, mit der Bitte um Übernahme der Patientin.  Und das war kein Problem.

Innerhalb kürzester Zeit war eine nette Hausärztin gefunden, die komplikationslos anhand der Medikamentenliste die benötigten Medikamente verordnete und möglichst schnell auch die Dame im Heim besuchen wird.

Ende gut alles gut? Nee, also ich werde den Sachverhalt der Ärztekammer in Aurich schildern und dem ehemaligem HA die Kopie des Schreibens zukommen lassen. Ich denke es wird vielleicht auch anderen Patienten so ergehen, die nicht die Möglichkeit haben, so schnell in eine andere Arztpraxis zu wechseln, leider.

Hausarztwechsel

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